Fasern: Der Rohstoff des Strickens

Fasern: Der Rohstoff des Strickens

Was sind Fasern?

Fasern sind der Rohstoff des Strickens. Mithilfe des Spinnens werden Fasern zu Garn verarbeitet. Es wird zwischen tierischen, pflanzlichen und künstlichen Fasern unterschieden. Der Begriff Wolle wird umgangssprachlich oftmals mit den tierischen Fasern in Verbindung gebracht.

 

Tierische Fasern werden gewonnen, indem das Fell von Schafen, Ziegen, Kamelen oder Kaninchen geschoren wird. Bei der Gewinnung von tierischer Wolle wird daher auch von Schurwolle gesprochen. Pflanzliche Fasern stammen aus den Samenhaaren, der Stängel oder aus den Blättern verschiedener Pflanzen (Baumwollpflanze, Flachspflanze, Hanfpflanze etc.). Künstliche Fasern (kurz: Kunstfasern) werden nach chemisch-technischen Verfahren aus Polymeren (Hauptbestandteil von Kunststoff) hergestellt. Kunstfasern werden auch Chemiefasern genannt.

 

Im folgenden Text erklären wir die Herkunft, die Eigenschaften und die Verwendung von gängigen tierischen, pflanzlichen und künstlichen Fasern.

Tierische Fasern

Wolle des Hausschafs

Herkunft: Das Hausschaf ist auf allen Kontinenten der Welt vertreten. Insgesamt gibt es etwa eine Milliarde Hausschafe weltweit. Zur Wollgewinnung werden Hausschafe geschoren oder ausgekämmt.

 

Eigenschaften: Die Schurwolle des Hausschafs hat eine hochwertige Qualität, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und zeichnet sich durch weiche, anschmiegsame und wasserabweisende Eigenschaften aus. Grobe Wolle kann auf der Haut kratzen.

 

Verwendung: Die feine Wolle des Hausschafs ist gut für Kleidung geeignet. Die grobe Wolle wird eher für Textilien eingesetzt, die nicht mit der Haut in Kontakt sind, wie z.B. Teppiche.

 

Merinowolle

Herkunft: Merinowolle ist die geschorene Wolle des Merinoschafs. Merinoschafe werden z.B. in Neuseeland gehalten.

 

Eigenschaften: Merinowolle ist fein, sehr elastisch, weich und sehr hochwertig. Durch die Hochbogigkeit hat die Merinowolle Vorteile im Griff- und Volumen.

 

Verwendung: Die Merinowolle wird überwiegend für Oberbekleidung verwendet.

 

Alpakawolle

Herkunft: Alpakawolle ist die Schur des Alpaka Kamels. Ursprünglich kommt das Alpaka Kamel aus Peru. Heute werden die Tiere auch in Deutschland gezüchtet.

 

Eigenschaften: Alpakawolle ist sehr hochwertig, widerstandsfähig und daher auch eher teuer. Die Wolle des Alpaka Kamels hält fünfmal besser warm und ist dreimal reißfester als die Wolle des Hausschafs. Durch das fehlende Lanolin (Wollwachs) ist sie auch für Wollallergiker geeignet. Alpaka Wolle ist zusätzlich Schmutz- und Feuchtigkeitsabweisend sowie undurchlässig für UV-Strahlen.

 

Verwendung: Kleidung aus Alpakawolle bietet ein sehr gutes Hautgefühl und ist daher bestens für z.B. Schals, Pullover oder Ponchos geeignet.

 

Angorawolle

Herkunft: Die Angorawolle ist das Fell des Angorakaninchens. Die Herstellung wird oft in Verbindung mit Tierquälerei gebracht. Daher sollte man beim Kauf besonders auf die Herkunft und die Tierhaltung achten.

 

Eigenschaften: Angorawolle ist sehr weich und kuschelig, kaum gekräuselt, schweißabsorbierend und warmhaltend.

 

Verwendung: Angorawolle wird für Kleidung, wie Schals, Unterwäsche und Strumpfhosen, verwendet.

 

Mohair

Herkunft: Mohair ist das Fell der Angora-Ziege. Das Alter der Angora-Ziege beeinflusst die Feinheit des Fells.

 

Eigenschaften: Mohair ist die leichteste Textilfaser. Daher besteht ein hoher Tragekomfort. Allerdings ist Mohair relativ teuer und birgt die Gefahr der Knötchenbildung bei fertiger Kleidung.

 

Verwendung: Neben der Verwendung für sämtliche Formen von Kleidung wird Mohair auch für die Herstellung von Teddybären oder Skifellen verwendet.

 

Kaschmir (oder Cashmere)

Herkunft: Kaschmir ist das Flaumhaar der Kaschmir-Ziege. Ursprünglich kommt die Kaschmir-Ziege aus dem Gebiet des Himalaya. Heute wird die Kaschmir-Ziege weltweit gezüchtet.

 

Eigenschaften: Kaschmir ist leicht, sehr wärmend, extrem hochwertig und weist einen edlen, seidigen Glanz auf. Da Kaschmir sehr exklusiv ist wird es häufig als Mischgarn angeboten.

 

Verwendung: Pullover, Mützen oder Schals lassen sich optimal aus Kaschmir anfertigen.

 

Seide

Herkunft: Seide wird aus dem Kokon der Seidenraupe gewonnen. Die Seidenraupe kommt ursprünglich aus China. Neben China sind Japan und Indien wichtige Erzeugerländer.

 

Eigenschaften: Seide ist leicht, bequem und aufgrund seiner hohen Formbeständigkeit sehr langlebig. Zudem zeichnet sich Seide durch Kälte und Wärme isolierende Eigenschaften und Glanz aus.

 

Verwendung: Seide wird vor allem für hochwertige Designermode verwendet.

 

Pflanzliche Fasern

Baumwolle

Herkunft: Es gibt etwa 50 verschiedene Baumwollpflanzen, die in den Tropen und Subtropen angebaut werden. Die Baumwollfaser wird aus den Samenhaaren der Pflanze gewonnen. Zwischen der Aussaat und der Ernte liegen ca. 8 bis 9 Monate.

 

Eigenschaften: Baumwolle ist saugfähig, hitzebeständig, wärmend, vergleichsweise günstig und auch bei hohen Temperaturen gut waschbar. Für die meisten Allergiker ist Baumwolle gut geeignet.

 

Verwendung: Baumwolle wird für Bekleidung, Accessoires, Heimtextilien wie Platzdeckchen oder Topflappen verwendet.

Leinen

Herkunft: Die Leinenfasern werden aus dem Stängel der Flachspflanze gewonnen. Der Flachs ist eine einjährige Pflanze und muss jedes Jahr neu gesät werden.  Zwischen der Aussaat und der Ernte liegen ca. 4 bis 5 Monate. Hauptproduktionsländer für die Flachspflanze sind China, Russland, Weißrussland, Ukraine und Frankreich.

 

Eigenschaften: Leinen ist sehr saugfähig, es nimmt Feuchtigkeit rasch auf und gibt sie auch wieder rasch an die Umgebung ab. Es isoliert wenig und fühlt sich frisch und kühl an, was bei Sommerkleidung als sehr angenehm empfunden wird. Die Elastizität von Leinen ist sehr gering, weshalb Leinen stark knittert. Auch Leinen ist bei hohen Temperaturen gut waschbar. Für die meisten Allergiker ist Leinen gut geeignet.

 

Verwendung: Leinen wird für Freizeit und Sommerbekleidung, Accessoires und Heimtextilien wie Tischwäsche verwendet.

Hanf

Herkunft: Die Hanffasern werden aus dem Stängel der Hanfpflanze gewonnen. Der Anbau der Hanfpflanze erfährt zunehmende Bedeutung in Mitteleuropa, da er äußerst umweltschonend, d.h. mit geringstem Einsatz von Dünger und Pestiziden erfolgt. Die Gewinnung der Faser ist mit der Leinenfaser vergleichbar. Herkunftsländer für die Hanfpflanze sind Polen, Ungarn, Rumänien, China, Deutschland, Niederlande und Frankreich. Die Weiterverarbeitung zur Bekleidungsfaser erfolgt fast ausschließlich in China.

 

Eigenschaften: Die Hanffaser besitzt ähnliche Eigenschaften wie die Leinenfaser.

 

Verwendung: Bei Bekleidung wird Hanf für Freizeit und Sommerbekleidung, Blusen und Hemden verwendet.

Künstliche Fasern (Kunstfasern)

z.B. Acryl, Nylon, Polyester

Herkunft: Kunstfasern bestehen aus Kunststoff (Plastik) oder anderen chemischen Verbindungen. Künstliche Fasern werden häufig in Mischgarnen mit Baumwolle oder tierischen Fasern kombiniert.

 

Eigenschaften: Kunstfasern sind kostengünstig. Sie sind leicht zu verarbeiten, strapazierfähig, waschmaschinentauglich (bis 30°C) und formstabil. Da Kunstfasern nicht atmungsaktiv sind kann „plastikartiges“ Hautgefühl aufkommen.

 

Verwendung: Kunstfasern werden häufig in Deko oder Accessoires, die nicht direkten Hautkontakt haben, verwendet.

 

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